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Goerk & Fliegner

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Fachkräftemangel

2. August 2025 by Karl-Heinz Goerk

Staatliche Arbeitsvermittlung am Limit – warum neue Wege notwendig sind

Einleitung:

In den letzten Tagen war die Bundesagentur für Arbeit erneut in den Schlagzeilen: Sinkende Vermittlungszahlen, unbesetzte Stellen trotz Bewerberüberschuss und Unzufriedenheit bei Arbeitgebern wie Jobsuchenden. Die Kritik ist nicht neu – aber sie wird lauter. Es ist an der Zeit, sich ehrlich zu fragen: Erfüllt unser bestehendes staatliches System der Arbeitsvermittlung noch seinen Anspruch? Und wenn nicht – wie könnte es besser gehen?

Zwischen Anspruch und Realität: Ein System unter Druck

Deutschland investiert Milliarden jährlich in aktive Arbeitsmarktpolitik. Doch die Vermittlungsleistung der Agenturen stagniert, insbesondere bei Menschen mit komplexen Vermittlungshemmnissen, aber auch bei den Geflüchteten, Asylbewerbern und „normalen“ ALG-I-Empfängern. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil offener Stellen lange unbesetzt – laut aktueller Studien über 1.800.000 Vakanzen in Bereichen, für die es durchaus Bewerber gäbe.

Der Vorwurf: Die Bundesagentur reagiere zu träge, zu standardisiert, zu bürokratisch. Individualisierte Beratung, aktive Ansprache von Arbeitgebern oder kreative Matching-Strategien sind im Behördenalltag oft schwer realisierbar. Auch die Jobbörse der Arbeitsagentur ist alles andere als benutzerfreundlich, leicht zu navigieren oder gar intuitiv zu bedienen, weder für Jobsuchende noch für Arbeitgeber. Auch die die teilweise bis zu 99% anonymen Profile der Jobsuchenden in Verbindung mit der katastrophalen Antwortquote sind stark verbesserungswürdige Beispiele. Ganz zu schweigen von dem miserablen Handling für Arbeitgeber, die eben nicht intelligente Tools an die Hand bekommen, um z. B. 10 infrage kommende Bewerber in einem Vorgang anzuschreiben, sondern sie haben jeden einzeln anzuschreiben, mit der Gewissheit, dass sich sehr wahrscheinlich niemand melden wird …! Von einem Bewerbermanagementsystem, damit Arbeitgeber schnell und einfach die Übersicht über ihre Stellen und zugehörige Bewerber bekommen, hat die Bundesagentur für Arbeit sicher noch nie etwas gehört.

Privat ist nicht per se besser – aber oft flexibler

Privatwirtschaftliche Anbieter sind kein Allheilmittel – das zeigen Beispiele aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Aber: Wenn Anreizsysteme richtig gesetzt sind, können sie sehr wohl einen Unterschied machen.

Denn private Arbeitsvermittler:

  • arbeiten leistungs- und ergebnisorientiert,
  • können schneller auf regionale Unterschiede reagieren,
  • und spezialisieren sich oft auf bestimmte Zielgruppen oder Branchen,
  • verfügen oft über zahlreiche Kontakte zu regionalen Betrieben, die kaum Hilfe von den staatlichen Kollegen erhalten, die kümmern sich gern um die Großunternehmen

Allerdings: Ohne differenzierte Steuerung drohen Fehlanreize – etwa das „Creaming“, also die Konzentration auf einfach zu vermittelnde Fälle. Deshalb braucht es intelligente Vergütungssysteme, klare Qualitätsstandards und ein faires Monitoring.

Wie könnte ein Lösungsansatz ansehen?

Ein Reformmodell, das die Stärken öffentlicher Steuerung mit den Vorteilen privater Umsetzung in partnerschaftlicher Zusammenarbeit und auf nachhaltige Integration statt kurzfristiger Erfolge zielt?

Welche Kernideen könnten infrage kommen?

  • Zielgruppenspezifische Betreuung?
  • gestaffelt Honorare nach Schwierigkeitsgrad?
  • monatliche Betreuungsprämie, um Creamingeffekt zu vermeiden?
  • vermittlungsfördernde Qualifizierungsangebote bei Bildungsdefiziten?
  • Erfolgsprämien nur bei langfristiger Beschäftigung (mind. 6–12 Monate)?
  • Externe Evaluation & Pflicht zur Teilnehmerbefragung zur Qualitätssicherung?
  • Hybride Betreuung – digital gestützt, aber mit persönlicher Begleitung?
  • Statt unsinniges und bürokratisches Zertifizierungssystem (AZAV) Rückkehr zur Arbeitsvermittlungslizenz (Erlaubnispflicht)?
  • Digitaler (sicherer) Zugriff auf Leistungsbezieher statt umständliches Vermittlungsgutscheinverfahren?
  • Klare & einfache (digitale) Rahmenbedingungen für Abrechnung & Verwaltung?
  • …?

Ein solches Modell wäre effizienter, sozial gerechter und transparenter – und würde Arbeitgeber wie Bewerber gleichermaßen in den Mittelpunkt stellen.

Was jetzt nötig ist: Mut zur Veränderung

Die Realität ist komplex – und genau deshalb braucht es neue Ansätze. Die Arbeitswelt verändert sich rasant: Digitalisierung, demografischer Wandel, Migration. Das verlangt nach einem flexiblen, reaktionsschnellen und menschenzentrierten Vermittlungssystem.

Es geht nicht um ein „Entweder-Oder“ zwischen öffentlicher und privater Vermittlung, sondern um ein klares „Sowohl-als-auch“ – gesteuert nach Qualität, Wirkung und gesellschaftlichem Nutzen.

Fazit:
Die Kritik an der Arbeitsagentur sollte nicht in pauschalem Behörden-Bashing enden. Aber sie muss ernst genommen werden. Ein modernes Arbeitsvermittlungssystem muss wirken – nicht nur verwalten. Und genau dort beginnt die Reformaufgabe.

Karl-Heinz Goerk

Arbeitsmarktexperte seit 1994

www.goerkundfliegner.de

Kategorie: Blogbeitrag Arbeitsmarkt Stichworte: Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsvermittlung, AVGS, Beschäftigungsförderung, Beschäftigungsintegration, Bundesagentur für Arbeit, Creaming, Fachkräftemangel, hybride Vermittlung, Integrationsprämie, Jobcenter, Jobvermittlung, Langzeitarbeitslosigkeit, Matching, private Arbeitsvermittler, Qualifizierung, Reform Arbeitsmarkt, Vermittlungshemmnisse, Vermittlungsprämie, WHP, Wirkungsorientierung, Work Programme

28. April 2023 by Karl-Heinz Goerk

Immer mehr Bewerber springen während des Bewerbungsprozesses ab. Die Gründe sind häufig banal.

Einige mögliche Faktoren sind:

  1. Veränderungen in den Erwartungen der Arbeitnehmer: Die heutige Generation von Arbeitnehmern legt oft mehr Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance und ein angenehmes sowie fortschrittliches Arbeitsumfeld als auf ein hohes Gehalt. Wenn ein Arbeitgeber nicht in der Lage ist, diesen Erwartungen bereits im ersten Kontakt oder Vorstellungsinterview gerecht zu werden, können Bewerber sich anderswo umsehen und abspringen.
  2. Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt: In vielen Branchen ist die Konkurrenz um qualifizierte Arbeitskräfte sehr hoch. Wenn Arbeitgeber nicht in der Lage sind, neben wettbewerbsfähigen Gehältern, Benefits und Leistungen gerade Professionalität bereits im Bewerbungsprozess darzustellen, können Bewerber leichter Absagen aussprechen und andere Optionen in Betracht ziehen.
  3. Bewerbungsprozess: Ein langwieriger, intransparenter und komplizierter Bewerbungsprozess kann Bewerber abschrecken und dazu führen, dass sie sich anderswo bewerben und frühzeitig absagen. Wenn der Prozess zu lang dauert, nicht nachvollziehbar ist, der Interviewer unprofessionell ist oder wenn Bewerber das Gefühl haben, dass sie zu viele Schritte durchlaufen müssen, um den Job zu bekommen, kommt schnell Frust auf und die Absage droht.
  4. Unternehmensreputation: Die Reputation eines Unternehmens kann einen großen Einfluss auf die Entscheidung von Bewerbern haben. Wenn ein Unternehmen einen schlecht organisierten Auswahlprozess oder einen schlechten Ruf hat oder in der Vergangenheit in negative Schlagzeilen geraten ist, kann dies Bewerber verunsichern und davon abhalten, den weiteren Prozess zu durchlaufen.
  5. Flexibilität und Remote-Arbeit: Mit der Verbreitung von Remote-Arbeit und flexiblen Arbeitszeiten erwarten viele Arbeitnehmer mehr Freiheit und Flexibilität in ihren Jobs. Wenn ein Arbeitgeber nicht bereit ist, solche Optionen anzubieten, können Bewerber anderswo suchen, wo sie diese Freiheit und Flexibilität finden können.
  6. Benefits: Wenn Arbeitgeber sich nicht um attraktive Benefits kümmern, kann dies bereits im Bewerbungsprozess zu Absagen führen.
  7. Onboarding: Wenn Arbeitgeber elementare Punkte im Onboardingprozess ignorieren, kann bereits nach dem Erstgespräch ein ungutes Gefühl beim Bewerber entstehen und eine Absage kann drohen.
  8. Einarbeitung: Arbeitgeber sind gut beraten, auch bereits im Vorstellungsgespräch auf professionelles und individuelles Onboarding und eine strukturierte Einarbeitung nicht nur hinzuweisen, sondern dies auch unbedingt gewährleisten. Sonst ist der neue Mitarbeiter entweder im Bewerbungsprozess bereits weg oder spätestens nach einigen Tagen oder Wochen!

Ein transparenter und schneller Bewerberauswahlprozess ist für einen Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen enorm wichtig:

  1. Positive Arbeitgebermarke: Ein transparenter und schneller Bewerbungsprozess vermittelt Bewerbern ein positives Bild des Arbeitgebers. Es zeigt, dass das Unternehmen professionell und effizient arbeitet und sich um das Wohl seiner Bewerber kümmert.
  2. Wettbewerbsvorteil: Ein schneller Bewerbungsprozess gibt einem Arbeitgeber auch einen Wettbewerbsvorteil. Wenn das Unternehmen schnell und effizient arbeitet, kann es Bewerber schneller einstellen als andere Arbeitgeber, die langsamere Prozesse haben. Dadurch kann das Unternehmen qualifizierte Kandidaten anziehen und halten.
  3. Kostenersparnis: Ein schneller Bewerbungsprozess kann auch dazu beitragen, die Kosten zu senken, die mit dem Rekrutierungsprozess verbunden sind. Wenn der Prozess schnell ist, können Bewerber schneller durch den Prozess kommen, was den Zeit- und Kostenaufwand für das Unternehmen reduziert.
  4. Vertrauen aufbauen: Ein transparenter und schneller Bewerbungsprozess kann auch das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Bewerber aufbauen. Wenn der Bewerber einen klaren Überblick über den Prozess hat und das Unternehmen schnell reagiert, kann das Vertrauen des Bewerbers in das Unternehmen gestärkt werden.
  5. Positives Image: Ein schneller und effizienter Bewerbungsprozess kann auch das Image des Unternehmens positiv beeinflussen. Dies kann sich auf das Unternehmen als Ganzes auswirken und dazu beitragen, dass es als professionell, effizient und innovativ wahrgenommen wird.

Insgesamt ist ein transparenter, schneller und nachvollziehbarer Bewerbungs- und Entscheidungsprozess von Vorteil für Arbeitgeber, da er ihnen helfen kann, qualifizierte Kandidaten anzuziehen und zu halten, Kosten zu senken und ein positives Image aufzubauen. Zufriedenheit spricht sich rum, Unzufriedenheit führt zur Absage oder zu Kündigung. Dieser Beitrag ist vielleicht auch interessant: https://www.goerkundfliegner.de/blogbeitrag-arbeitsmarkt/ghosting-im-bewerbungsprozess/

Karl-Heinz Goerk

Arbeitsmarktexperte seit 1994

www.goerkundfliegner.de

Kategorie: Blogbeitrag Arbeitsmarkt Stichworte: Anwerbungsspezialist, Arbeitgeberattraktivität, Arbeitgeberbewertung, Arbeitgeberbewertungen, Arbeitgeberimage, Arbeitgebermarke stärken, Arbeitsvermittler, Bewerberabsprung, Bewerberbindung, Bewerbererfahrung, Bewerbungsabbrüche vermeiden, Bewerbungsprozess, Bewerbungsstrategie, Candidate Journey, CSR (Corporate Social Responsibility), Effizienz, Ethik und Compliance, Fachberater für Personal, Fachkräftemangel, Headhunter, HR-Berater, HR-Spezialist, Innovation, Kandidatenerfahrung, Karriereberater, Kostenersparnis, Kununu, Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterzufriedenheit, optimale Personalgewinnung, Personalakquisiteur, Personalberater, Personalberatung, Personalbeschaffer, Personalbesetzungsberater, Personaldienstleister, Personaldisponent, Personaleinstellungsspezialist, Personalentwickler, Personalkoordinator, Personalmanager, Personalrecruiter, Personalreferent, Personalspezialist, Personalvermittler, positive Arbeitgebermarke, Recruiter, Recruiting Manager, Recruiting Trends, Recruiting-Prozess optimieren, Recruitment Consultant, Rekrutierungsbeauftragter, schneller Bewerbungsprozess, Staffing Consultant, Stellenvermittler, Talent Acquisition Specialist, Talentmanager, Transparenz, Umweltbewusstsein, Unternehmenskultur, Vertrauen, Wettbewerbsvorteil

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